Hunger und Sättigung

07.09.18 - von Janina

 

Wie entsteht Hunger? Und wann sind wir satt? Was für uns selbstverständlich erscheint, ist ein sehr komplexer Prozess. Wie unser Körper das Hunger- und Sättigungsgefühl reguliert und welche Mechanismen daran beteiligt sind, verraten wir Dir in diesem Blogartikel.

Hunger vs. Appetit

Die letzte Mahlzeit liegt schon einige Stunden zurück, der Magen ist leer, wir bekommen Hunger. Durch Hunger signalisiert uns unser Körper, dass ein Nahrungsmangel vorliegt und er Energie benötigt. Was sich mit einem Hungergefühl in der Magengegend oder lautem Knurren zeigt, ist ein weitaus umfangreicherer Prozess unseres Körpers, der von unserem Gehirn ausgehend und durch Hormone reguliert wird.
Vom Hunger lässt sich der Appetit abgrenzen. Appetit ist die Lust oder der Wunsch, etwas Bestimmtes zu essen und wird dann ausgelöst, wenn wir ein spezielles Lebensmittel sehen, dessen Geruch wahrnehmen oder an dieses denken. Dieses kann mit Hunger einhergehen, aber tritt häufig unabhängig von diesem auf.

 

Ich bin satt!

Dem Hunger und der damit verbundenen Nahrungsaufnahme folgt die Sättigung. Was sehr einfach klingt und für uns selbstverständlich wirkt, ist ein sehr komplexer Vorgang, der bis heute noch nicht vollständig erklärt werden kann.
Der offensichtlichste Grund für das Sättigungsgefühl ist die Magendehnung. Eine weitere wichtige Aufgabe spielt allerdings auch der Hypothalamus, eine Region in unserem Gehirn. Dort liegen ein Hunger- sowie ein Sättigungszentrum, welche durch die Abgabe von Hormonen entweder Hunger oder Sättigung signalisieren. Die Funktionen sind für unseren Körper von besonderer Bedeutung, da sie verhindern, dass wir einerseits zu wenig und andererseits zu viel Nahrung zu uns nehmen. Der Blutzuckerspiegel, die Magendehnung und Hormone sind drei Prozesse, die einen wesentlichen Einfluss auf die Sättigung nehmen und bereits weitreichend erforscht sind:

Einkaufswagen in Supermarkt

Unser Blutzuckerspiegel
Unser Körper verwendet den Blutzucker als Indiz für die Hunger- und Sättigungsregulation. Während ein niedriger Blutzuckerspiegel Hunger hervorruft, wird bei einem hohen Glucosegehalt in unserem Blut das Hormon Insulin ausgeschüttet. Der Anstieg des Insulins im Blut ist das Signal für unseren Körper, das Sättigungszentrum zu aktivieren.

Unser Magen
Sobald wir Nahrung zu uns nehmen, füllt sich der Magen und dehnt sich aus. Die Dehnung bewirkt zunächst ein Sättigungs- und Völlegefühl. Gleichzeitig wird infolge der Nahrungsaufnahme das Hormon Glucagon Like Peptide 1 aktiviert, dass über das Blut unser Sättigungszentrum im Gehirn aktiviert.

Unsere Hormone
Die gesamte Hunger- und Sättigungsregulation wird von Hormonen beeinflusst. Eines dieser Hormone ist Leptin, das von unserem Fettgewebe ausgeschüttet wird. Ein hoher Leptinspiegel bewirkt eine Aktivierung des Sättigungszentrums. Vor allem während wir schlafen ist Leptin der Grund, aus dem wir keinen Hunger verspüren, denn dann wird das Hormon Ghrelin nicht produziert. Ghrelin ist der Gegenspieler von Leptin und wird nur im Wachzustand ausgeschüttet. Sofern der Leptinspiegel in Folge eines Energiemangels sinkt, aktiviert Ghrelin das Hungerzentrum im Gehirn und wir bekommen Hunger. Ghrelin ist auch das Hormon, das bei einem vorliegenden Schlafmangel einen überdurchschnittlich hohen Appetit auf Essen hervorruft.

Gewohnheiten über Gewohnheiten

Viele Theoretiker sprechen davon, dass Hunger heutzutage nicht mehr der Hauptgrund dafür ist, dass wir Nahrung zu uns nehmen. Demnach sind auch Umwelteinflüsse und psychologische Faktoren dafür verantwortlich, dass wir essen. Besonders das soziale Umfeld, Gewohnheiten und auch das unbegrenzte Nahrungsangebot sind Gründe dafür, dass wir Nahrung zu uns nehmen. Obwohl wir eigentlich keinen Hunger verspüren. Wenn wir beispielsweise jeden Tag um 15 Uhr zum Bäcker gehen und uns Kuchen kaufen, gewöhnt sich der Körper daran und wir bekommen nach kurzer Zeit das Gefühl, dass wir das jeden Tag machen müssen. Wir gewöhnen uns also an die Situation, auch wenn wir eigentlich nicht hungrig sind.

07.09.18

von Janina


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